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Schnell online Geld verdienen – Chance oder Selbstausbeutung?

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Mein Leben kostet im Moment 1250 Euro im Monat. Das heißt ich muss pro Arbeitstag
ungefähr 62 Euro verdienen. Ich schau jetzt mal, ob ich das schaffe mit
einfachen Onlinejobs, die jeder sofort zu Hause machen kann. Bei dieser App hier, die heißt Shopscout,
da kann ich jetzt Mystery Shopping machen in einem Elektronikladen. Ich kriege dafür sechs Euro. Anscheinend dauert es nur 15 Minuten und ich muss da jetzt einen kompletten Kaufprozess simulieren. Ich tue gleich so als bräuchte ich ein neues Netbook. Später soll ich bewerten, ob der Verkäufer
mich gut beraten hat.

Wichtig ist, dass ich mir seinen Namen merke
und ich muss ein Foto von dem Netbook machen. Der Verkäufer soll natürlich nicht merken,
dass ich das nur simuliere. Ich sage ihm, dass ich für Snapchat filme
und lasse mir das Netbook erklären. Foto machen … klappt! Aber er hat kein Namensschild auf dem Shirt
und das wird später noch zum Problem. Jetzt ist mein Auftrag gerade hier in der
Überprüfung von Shopscout. Dann werden die Mitarbeiter schauen, ob ich
das alles gut gemacht habe und dann kriege ich hoffentlich sechs Euro für diese 13 Minuten Arbeit. In der Zwischenzeit probiere ich
den nächsten Onlinejob. Ich starte bei einem Einrichtungsladen aber
erst muss ich in hunderten Einträgen checken, ob das Geschäft schon jemand eingetragen hat. Und da ist es. Also diese Öffnungszeit wurde hier schon
eingetragen.

Vielleicht klappt’s ja bei diesem Tabakladen
oder hier bei der Bank. Also ich habe es jetzt bei drei Geschäften
ausprobiert und alle Geschäfte waren schon in der Datenbank drin, das heißt ich bin
jetzt hier eine Viertelstunde rumgelaufen und habe alles eingetragen und
habe null Euro dabei verdient. Dann kommt das Fazit vom
Mystery Shopping im Eletronikladen. Meine ganze Arbeit war umsonst. Nur weil ich den Namen des Mitarbeiters
nicht eintragen konnte. Nächster Versuch. Ein sogenannter “Storecheck”. Jetzt soll ich Übersichtsfotos erstellen
von allen Displays, wo SIM Karten ausgestellt sind. Auch hier darf ich nicht auffliegen. Bei einem kleinen Laden mit nur einer Verkäuferin
nicht so einfach. Und es dauert ganz schön lange alles einzutragen. Aber immerhin habe ich jetzt drei Euro verdient
innerhalb von zehn Minuten. Zumindest denke ich das jetzt noch. Die nächste App heißt Scoopshot. Mit der kann ich Fotos verkaufen. Den Preis leg ich selbst fest. Für alltägliche Fotos wie die
probiere ich es mit 2,50 Euro.

Mal schauen, ob mir jemand was abkauft! In der Zwischenzeit gehe ich nach Hause, von
der Couch aus weiterarbeiten. Die Streetspotr App hat sich gemeldet. Meine Aufgabe wurde abgelehnt,
weil das Drehdisplay nicht ganz zu sehen ist. Wieder nichts verdient. Der nächste Job: Klamotten kategorisieren. Ich kriege 1-4 Cent pro Auftrag. Naja, wir können es ja mal ausprobieren. Erstmal aber unbezahlt in die Probephase. Ist das jetzt eine Fellweste, eine
Fleeceweste, Ledersandalen, Gladiatorsandalen, Mens Round Rose-Cut Moonstone Cufflinks, Riemchensandalen, Strandsandalen und Dianetten. Das könnten so Manschettenknöpfe sein. Ich hab’s schon wieder falsch. Unsere Qualitätssicherung hat Sie leider von der weiteren Mitarbeit an diesem
Projekt ausgeschlossen. Ok, ich habe jetzt anscheinend bei Clickworker
gerade Modeprodukte kategorisiert für umme und das hat mich elf Minuten gekostet. Und bei der Scoopshot App geht auch nichts. Kein einziges Foto konnte ich verkaufen. Letzter Versuch: Online Fragebogen ausfüllen. Der Entscheiderclub verspricht mir 2,20 Euro
für meine Meinung. Für welche der folgenden Milch- und Joghurtprodukte
habe ich in letzter Zeit Werbung wahrgenommen.

Meine Aufgabe: Marken von Milchprodukten auf
Werbebildern erkennen. Nicht schwierig, aber fad. Diese Umfrage ist dermaßen lang, dass ich nicht glaube, dass die irgendjemand bis zum Schluss
ehrlich beantwortet. Vielen Dank für ihre Teilnahme. Nach 30 Minuten statt versprochenen 15
habe ich 2,20 Euro verdient. Die wurden jetzt schon meinem
Nutzerkonto gutgeschrieben. Beim Mystery Shopping gescheitert, kein einziges
Foto verkauft und falsch getagged. Deswegen hab ich am Ende in 3,5 Stunden
nur 2,20 Euro verdient. Das wären an so einem normalen Arbeitstag
von acht Stunden fünf Euro.

Also ich finde Onlinejobs lohnen sich überhaupt nicht. Aber es kommt ja nicht nur darauf an Geld
zu verdienen, sondern auch sich selbst zu verwirklichen und sich im Job gut zu fühlen. Patrizia hat Feelgood-Manager getroffen und
fand es teilweise echt gruselig. Und eine ganz andere Art der Selbstverwirklichung:
Frischgebackene Mamas, die sich neben Windeln wechseln und Fläschchen geben mal eben
selbstständig gemacht haben..

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